Für Medizinstudenten – das leidige Thema des Qualitätsmanagements

Wer Medizin studiert, tut das in der Regel, um Menschen in Not helfen zu können. Nicht erst seit der Covid-19 Pandemie wissen wir, wie wichtig und wertvoll eine gute medizinische Versorgung ist. Unsere aktuellen Medizinstudenten sind die Zukunft dieses Systems, das uns ein langes und hoffentlich leidfreies Leben bescheren kann. Doch sind die Studieninhalte noch aktuell und modern, oder muss auch hier eine Zäsur stattfinden?

Der aktuelle Lehrplan ist verbesserungsfähig

Studenten müssen stärkeren Einfluss auf den Lehrplan bekommen

Das Grundstudium hat die Aufgabe ein grundlegendes Verständnis zu vermitteln und Basiswissen zu schaffen, von dem man im Anschluss und hoffentlich das gesamte Berufsleben über zehren kann. Dennoch sind viele Menschen der Ansicht, dass auch aktuelle Themen hier einen Platz finden müssen. Auch ich teile diese Meinung, jedoch sollte man hier näher am Puls der Zeit sein. Auch die akademischen Mühlen mahlen langsam und bis ein neues Themengebiet seinen Weg in die Lehrpläne gefunden hat, vergehen etliche Jahre. In vielen Fällen ist es zu diesem Zeitpunkt nicht mehr aktuell und muss bereits überholt werden. 

Ein gutes Beispiel dafür ist das Qualitätsmanagement für Ärzte. Viele Jahre wurde das Thema nicht behandelt und nun wo es langsam Gehör findet, werden die dort Einzug erhaltenden Vorzüge der Digitalisierung außer Acht gelassen.

Studierende sind davon enttäuscht. Sie erhoffen sich eine bestmögliche Ausbildung und wollen in der Lage sein unseren hohen medizinischen Standard zu halten. Sich bei dem hohen Lernpensum noch Gedanken über Sinn und Unsinn des vermittelten Wissens zu machen stellt eine Überlastung dar.

Zwei Mögliche Lösungswege

In meinem Kopf gibt es zwei Szenarien, die hier eine Lösung versprechen. Einer erfordert, dass die Gremien die über die vermittelten Inhalte entscheiden, schneller und näher am Puls der Zeit arbeiten. Den Professoren an der Universität muss mehr Flexibilität gewährt werden, es braucht mehr Vorträge und Seminarreihen aus der Praxis und die starren universitären Strukturen müssen aufgebrochen werden. So würde Raum für Veränderung entstehen und Studierende hätten die Möglichkeit ihr Profil schärfen zu können.

Die Alternative dazu ist, dass keinerlei aktuellen Themen einen Raum finden und nur Inhalte gelehrt werden, die zeitlos sind. Das wäre ein Rückschritt, würde aber dem Problem Abhilfe leisten.

Ich befürchte stark, dass etliche Funktionäre vor allem die zweite Möglichkeit präferieren und für bequemer halten.

Wahrscheinlich ist hier eine Initiative der Studierenden und junggebliebenen Professoren notwendig, um für ein Umdenken zu sorgen.

Schließlich ist Engagement eine sinnvolle Beschäftigung während des Studiums, lenkt von den trockenen Inhalten ab und lässt ein politisches Bewusstsein entstehen, das in Kreisen der Mediziner in vielen Fällen nicht gefördert wird.

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